Panserin 401 ist ein komplett definiertes, gebrauchsfertiges Komplettmedium für die serumfreie Kultivierung einer Vielzahl von adhärenten und nicht-adhärenten Zellen.

Zusammensetzung
Basierend auf Iscove‘s MEM wurde das Medium mit zusätzlichen Spurenelementen, Albumin, Cholesterin, Sojalipiden und Vitaminen supplementiert. Es enthält keine Wachstums- und Anheftungsfaktoren.

Eignung und Anwendungsgebiete
Panserin 401 ist ein besonders vielseitiges Medium und daher für eine Vielzahl von verschiedenen Zelltypen geeignet. In Panserin 401 können sowohl adhärente als auch nicht-adhärente Zellen kultiviert werden. Da es keine Wachstumsfaktoren enthält, besteht die Möglichkeit durch gezielte Zugabe deren Wirkungsweise auf den jeweiligen Zellen zu erforschen. Panserin 401 enthält keine Anheftungsfaktoren. Bei einigen adhärenten Zelltypen kann eine Vorbehandlung der Kulturgefäße mit Gelatine, Kollagen, Poly-D-Lysin oder Fibronektin die Kultivierung unter serumfreien Bedingungen sehr erleichtern oder gar erst ermöglichen. Dies ist vor allem bei geringen Einsaatdichten zu beachten. Bei jeder Umstellung auf serumfreie Medien sollten Veränderungen der Zellen in Betracht gezogen werden. Diese können die Morphologie, den Karyotyp, Oberflächenmarker usw. betreffen. Zellen in serumfreiem Medium müssen also nicht immer mit denjenigen aus serumhaltiger Kultur, aus denen sie hervorgegangen sind, identisch sein (Selektion).

Folgende Zellen wurden unter vielen anderen erfolgreich in Panserin 401 kultiviert:
  • Hybridoma
  • Lymphozyten
  • Makrophagen
  • Fibroblasten
  • Melanozyten
  • Karzinom-Zellen
  • HEK-Zellen
  • HeLa-Zellen
  • CHO-Zellen

Anwendung
Ein Wechsel von serumhaltigem Medium auf Panserin ist bei vielen Zellen ohne eine besondere Adaption möglich. Für Zelllinien die ein solches einfaches Umsetzen in Panserin nicht vertragen empfehlen wir, die Zellen in Panserin mit Serumzusatz zu kultivieren und den Serumanteil allmählich zu reduzieren. Unterstützt wird dieses Verfahren durch höhere Titer bei der Aussaat oder, bei adhärenten Zellen, durch einen Wechsel auf die nächst niedrigere Serum-Konzentration erst nach Anheften der Zellen. Für eine erfolgreiche Überführung der Zellen in eine serumfreie Kultur spielt der Vitalitätszustand eine entscheidende Rolle. Daher müssen die Zellen in der logarithmischen Wachstumsphase entnommen werden. Aus unseren Erfahrungen gelingt die Anzucht aus der stationären Phase mit deutlich geringeren Erfolgsaussichten.

Bei adhärenten Zellen muss sichergestellt werden, dass nach einer eventuellen Ablösung der Zellen mit Trypsin das Enzym durch vollständiges Auswaschen entfernt wird bzw. durch einen Trypsin-Inhibitor gehemmt wird, da der im Serum vorhandene Neutralisationseffekt wegfällt. Bei sehr empfindlichen Zellen kann es darüber hinaus sinnvoll sein, nicht nur den Serumgehalt sondern auch das bisher verwendete Medium langsam mit Panserin auszuverdünnen. Panserin wurde konzipiert um ein Zellwachstum ohne Serum zu erreichen. Daher enthält die Allround-Version (Panserin 401) keine weiteren Zusätze an Wachstumsfaktoren. Untersuchungen zur Wirksamkeit von zugesetzten Wachstumsfaktoren werden dadurch eindeutiger in ihrer Aussage. Für Zelllinien, die spezifische Wachstumsfaktoren benötigen, sollten diese weiterhin in der bisher üblichen Konzentration zugegeben werden.